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Turnverein Weil 1884 e.V. - Neujahrsempang 2006

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Berichterstattung der Weiler Zeitung am 12.1.2009 durch Siegfried Feuchter

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Traditionsvereine:

500 Personen am Altweiler Empfang

Weil am Rhein (sif). Eine mit rund 500 Personen vollbesetzte Jahnhalle ist Beleg dafür, wie beliebt der Altweiler Neujahrsempfang ist, den die drei Traditionsvereine Gesangverein Weil 1836, Stadtmusik Weil am Rhein und Turnverein Weil 1884 am Samstag nunmehr zum 6. Mal ausrichteten. Immer dann gibt es ein solches Neujahrstreffen, wenn einer der Vereine einen runden Geburtstag oder ein Jubiläum feiern kann. In diesem Jahr wird die Stadtmusik 170 Jahre alt, zum andern kann der Turnverein das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen begehen. Die Stadtmusik unter musikalischer Leitung von Dieter Steininger umrahmte ausgezeichnet diesen Empfang. Auch der Gesangverein sowie der Projektchor, beide unter Leitung von Karl Gehweiler, erfreuten das Publikum.

Ulrich Obrist, der Vorsitzende des Turnvereins, freute sich in seiner Begrüßungsrede über den großen Zuspruch beim mittlerweile 6. Altwei1er Neujahrsempfang. Verbunden damit ist auch immer die Würdigung ehrenamtlichen Engagements Integration hier lebender ausländischer Mitbürger und die Vergabe des von der Familie Indri gestifteten Guiseppe-Indri-Preises.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Empfangen, die 1993 auf Initiative von Ulrich Obrist und Michael Moser, dem früheren Vorsitzenden der Stadtmusik, ins Leben gerufen wurden, stand dieses mal kein einzelner Verein im Mittelpunkt.

Zum fünften Mal war Petra Pfefferle, Powerfrau des Turnvereins, Hauptorganisatorin des großen Empfangs, bei dem die Altweiler Weingüter Frey, Röschard und Schneider edle Rebensäfte ausschenkten, während Ehrenmitglied Gustav Walter das Fassbier spendierte und dieses Mal auch noch die nichtalkoholischen Getränke - aus Anlass des 75. Geburtstages im vergangenen Jahr.

Vorbildliche Integrationsarbeit von Leonie und Daniel Mayer / Indri-Preis erhalten

Weil am Rhein (sif). Wenn sich jemand in außerordentlichem Maß für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt und dabei wichtige Integrationsarbeit leistet wie die Familie Mayer in Friedlingen, dann hat er eine öffentliche Anerkennung allemal verdient. Die bespielhafte, wirkungsvolle und meist im Stillen sich vollziehende ehrenamtliche Tätigkeit von Daniel und Leonie Mayer ist nun mit der Überreichung des Guiseppe-Indri-Preises gewürdigt worden.

Oliver Simon, Rektor der Friedlinger Rheinschule, hielt am Samstag beim Altweiler Neujahrsempfang der drei Traditionsvereine Gesangverein, Stadtmusik und Turnverein die Laudatio und veranschaulichte eindrucksvoll, was die Familie Mayer in dem Stadtteil, in dem sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund leben, für die Integration leistet. Die drei Vereine würdigen, wie TV-Vorsitzender Ulrich Obrist betonte, solch ehrenamtliches Engagement mit der Überreichung des Guiseppe-Indri-Preises. Den Namensgeber des Preises bezeichnete Obrist als Beispiel geglückter Integration.

Oliver Simon zeigte auf, welche Bereicherung Daniel und Leonie Mayer sowie die vier Kinder mit ihrem starkem Engagement nicht nur für die Schulgemeinschaft der Rheinschule, sondern für Friedlingen sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund integrieren und einfach nur das Beste für ihre Kinder wollen. Vielen gelingt das ohne Probleme, sagte Simon. Anderen dagegen nicht. Und da setzt die Hilfe der Familie Mayer an, die auf unaufdringliche, aber stets präsente Art dazu beitrage, damit diese Kinder in der Gesellschaft Fuß fassen können. Mayers organisieren bei sich zu Hause in der Oberen Schanzstraße wöchentliche Treffen, zu denen bis zu 60 Kinder kommen, fördern Aktivität, Kreativität und Gemeinschaft. Auch Freizeiten werden veranstaltet. All das, so Simon, wäre ohne die tatkräftige Unterstützung von Rachel Rhyner, der Schwester von Leonie Mayer nicht möglich.

Daniel Mayer hat sich überdies als Elternbeiratsvorsitzender an der Rheinschule und Mitglied der Schulkonferenz stark eingebracht. Auch in der Friedlinger Stadtteilrunde sei er geschätzt. Der Rektor der Rheinschule lobte dabei Mayers stets sachliche, freundliche und auf Konsens bedachte Art.

Zu einem starken Mann gehört eine starke Frau, meinte Simon im Blick auf Leonie Mayer, der er mit ihren vier eigenen Kindern und drei bis vier Pflegekindern außerordentliche organisatorische Fähigkeiten bescheinigte. Sie sind als Familie ein starkes Team und haben als Team diesen Preis verdient, betonte Simon.

Und diesen Preis, gestiftet von der Familie Indri, überreichte Anita Werner-Indri, die sich tief beeindruckt vom stillen Wirken und der vorgelebten Menschlichkeit der Familie Mayer zeigte. Anita Werner-Indri bescheinigte den Preisträgern bewundernswertes Engagement, Zuwendung und Herzenswärme, als sie unter riesigem Applaus die Auszeichnung überreichte. Heinrich Maier, Vorsitzender des Gesangvereins, übergab namens der Vereine zudem noch einen finanziellen Zustupf.

Wir wollen Kinder aller sozialen Schichten und verschiedener Kulturen zusammenbringen, fasste Daniel Mayer das Engagement zusammen und fügte hinzu: Man braucht Zeit, um mit Menschen etwas zu unternehmen, und viele Mitstreiter. Denn bei der letzten Sommerfreizeit seien 138 Kinder dabei gewesen.

Auch Oberbürgermeister Wolfgang Dietz würdigte diese außerordentlichen Leistungen der Familie Mayer. Zugleich appellierte er an alle, einen Beitrag dazu zu leisten, damit sich alle Menschen in dieser Stadt wohlfühlen.

Viel Beifall und Lob für Sabine Theil

(sif). Nicht nur langanhaltender Beifall war Sabine Theil für einen ausgezeichneten, kurzweilig gehaltenen Festvortrag beim Neujahrsempfang der drei Traditionsvereine gewiss.

Auch beim Stehempfang gab es für die Stadtführerin und freie Mitarbeiterin unserer Zeitung sehr viel Lob, die die rund 500 Personen in der Jahnhalle bei ihrer Zeitreise durch das 19. Jahrhundert fesselte. Das war ein hochinteressanter Einblick. Sie haben einen hervorragenden Beitrag geleistet und aufgezeigt, dass Bürgersinn damals wie heute gefordert ist, anerkannte auch Oberbürgermeister Dietz (über den Inhalt der Festrede von Sabine Theil werden wir noch gesondert berichten).

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Berichterstattung der Weiler Zeitung am 13.1.2009 durch Siegfried Feuchter

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Eine Zeitreise durchs 19. Jahrhundert

Wie SabineTheil informativ und spannend das Jahrhundert der Verinsgründungen aufbereitet hat

Weil am Rhein. Von einem Jahrhundert der Veränderungen und einem Jahrhundert der Vereinsgründungen sprach Sabine Theil bei ihrem Festvortrag anlässlich des Altweiler Neujahrsempfangs (wir berichteten gestern). Die Stadtführerin verstand es bestens, die 500 Gäste mit auf eine spannende, informative Zeitreise durch das 19. Jahrhundert mitzunehmen.

Sabine Theil, die in großer Fleißarbeit viele interessante Fakten und Daten zusammengetragen hatte, ' zeigte auf, in welcher Zeit die ersten Vereinsgründungen im alten Weil erfolgten, wobei die Geschichte der Traditionsvereine eng verknüpft sei mit der Ortsgeschichte von Weil: Damals wie heute waren Themen wie Feuerwehr, Schulneubau, Brückenbau und Eisenbahn Gegenstand umfassender Diskussionen.
Nur einen gravierenden Unterschied gab es: Um 1800 war Weil ein relativ wohlhabendes Rebdorf mit rund 850 Einwohnern, aufgeteilt . auf etwa 120 1~amilien, wie Sabine Theil zu berichten wusste.
Mitte des 19. Jahrhunderts. zählte - Weil schon 1400 Einwohner, 1900 gab es mehr als ein halbes Dutzend Vereine und 2052 Einwohner.

„z'Liecht goh" und die Zeit des Aufbruchs

Weit verbreitet war das „z,Liecht goh". Während der Wintermonate kamen die Leute zusammen, um gerneinsam zu handarbeiten, zu werkeln, zu diskutieren sowie Wissen und Geschichten auszutauschen. Nach unruhigen Zeiten und Hungerjahren 1816/17, die zahlreiche Todesopfer forderten, sowie zerrütteten Finanzen und verwüsteten Feldern und Reben kam die Zeit des Aufbruchs Nun begann auch die Zeit de: Musikkultur und der Vereine
In Weil wurde auf Anregung des damaligen Pfarrer Hoyer und dem Hilfslehre Schilling 1836 ein Gesang verein gegründet: Er wa somit der erste Weiler Vereis und ist heute noch der ältest Verein der Weiler Geschichte, wie Sabine Theil bericht( te. Nur wenige Mitglied( zählte der Verein in ; de Anfängen. die Singstunden waren am Sonntag vor dem Gottesdienst. Damals war für Veranstaltungen von Vereinsanlässen wie Konzerte eine kirchenbehördliche Genehmigung erforderlich. Da es
diese oft nicht gab, hatte der Verein seine Konzerte in Riehen.

1839 die türkischeMusik gegründet

„Wohl von der Wandlung in der Musikkultur imd dem aufregenden Vereinsleben des Weiler Gesangvereins inspiriert, ging 1839 aus de von Johann Jakob Kaufmani gegründeten türkischen Musik der Musikverein und die spätere Harmoniemusik hervor, die seit der Stadterhebung 1929 Stadtmusik Wei am Rhein genannt wird" berichtete Sabine Theil.

Trauriges Ereignis im Revolutionsjahr

Ein trauriges Ereignis brachte das Revolutionsjahr 1848, als fünf von sieben Mitgliedern der Weiler Musik, die sich den Struwe'schen Freischaren angeschlossen hatten in Staufen erschossen wurden Dies sorgte für Aufregung und reduzierte die anfängliche Begeisterung für die Musikbewegung stark. Erfreuli cher war dagegen, dass die Weiler Musik bei Gastspielen des Zirkus Knie den Lieblingswalzer von Fräulein Knie spielte, wenn sie aufs Seil ging. „Seiltanzer" hieß fortan dieser Walzer.
Es gab in der Folgezeit zahlreiche Feste, an denen sich die Weiler Vereine beteiligten, sei es' beim großen Hebelfest, dem Obermarkgräfler Sängerfest oder zur Einweihung der Wiesenbrücke zwischen Weil und Riehen die zu einem Fest wurde, wie es Weil bis dahin noch nicht gesehen und erlebt hat. Sabine Theil sprach von einem . regelrechten Freudentaumel.
1865 wurde ein weiterer Weiler. Verein gegründet, die Freiwillige Feuerwehr mit drei Abteilungen und 50 Wehrleuten.
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Sport zu einer Massenbewegung. Deshalb wurde 1884 der Turnverein gegründet. 14 Männer hatten sich damals auf dem Platz hinter der Kirche zu einer Turnstunde versammelt. Da die Gemeinde keine Verständnis für solche Neuerungen hatte, lehnte sie es auch ab, einen Turnplatz bereitzustellen. So turnten die Männer auch in den Wirtshausgärten.
Weitere Vereinsgründungen im 19. Jahrhundert waren: der Leseverein 1890, dessen Mitglieder vor allem Beamtenfamilien waren, der Schützenverein, der gemischte Chor „Frohsinn", dessen Leitung 1896 Emil Kaufmann übernommen hatte. Er war es auch, der zwei Jahre vor dem Jahrhundertwechsel die ersten Tanzkurse anbot, was jung und alt begeisterte, wie Sabine Theil berichtete.