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Turnverein Weil 1884 e.V. - Neujahrsempang 2006 ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Berichterstattung der Weiler Zeitung am 12.1.2009 durch Siegfried Feuchter ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Traditionsvereine: 500
Personen am Altweiler Empfang Ulrich Obrist, der Vorsitzende des Turnvereins, freute sich in seiner Begrüßungsrede über den großen Zuspruch beim mittlerweile 6. Altwei1er Neujahrsempfang. Verbunden damit ist auch immer die Würdigung ehrenamtlichen Engagements Integration hier lebender ausländischer Mitbürger und die Vergabe des von der Familie Indri gestifteten Guiseppe-Indri-Preises. Im Vergleich zu den vorangegangenen Empfangen, die 1993 auf Initiative von Ulrich Obrist und Michael Moser, dem früheren Vorsitzenden der Stadtmusik, ins Leben gerufen wurden, stand dieses mal kein einzelner Verein im Mittelpunkt. Zum
fünften Mal war Petra Pfefferle, Powerfrau des Turnvereins, Hauptorganisatorin
des großen Empfangs, bei dem die Altweiler Weingüter Frey,
Röschard und Schneider edle Rebensäfte ausschenkten, während
Ehrenmitglied Gustav Walter das Fassbier spendierte und dieses Mal auch
noch die nichtalkoholischen Getränke - aus Anlass des 75. Geburtstages
im vergangenen Jahr. Vorbildliche Integrationsarbeit von Leonie und Daniel Mayer / Indri-Preis erhalten Weil am Rhein (sif). Wenn sich jemand in außerordentlichem Maß für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt und dabei wichtige Integrationsarbeit leistet wie die Familie Mayer in Friedlingen, dann hat er eine öffentliche Anerkennung allemal verdient. Die bespielhafte, wirkungsvolle und meist im Stillen sich vollziehende ehrenamtliche Tätigkeit von Daniel und Leonie Mayer ist nun mit der Überreichung des Guiseppe-Indri-Preises gewürdigt worden. Oliver Simon, Rektor der Friedlinger Rheinschule, hielt am Samstag beim Altweiler Neujahrsempfang der drei Traditionsvereine Gesangverein, Stadtmusik und Turnverein die Laudatio und veranschaulichte eindrucksvoll, was die Familie Mayer in dem Stadtteil, in dem sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund leben, für die Integration leistet. Die drei Vereine würdigen, wie TV-Vorsitzender Ulrich Obrist betonte, solch ehrenamtliches Engagement mit der Überreichung des Guiseppe-Indri-Preises. Den Namensgeber des Preises bezeichnete Obrist als Beispiel geglückter Integration. Oliver Simon zeigte auf, welche Bereicherung Daniel und Leonie Mayer sowie die vier Kinder mit ihrem starkem Engagement nicht nur für die Schulgemeinschaft der Rheinschule, sondern für Friedlingen sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund integrieren und einfach nur das Beste für ihre Kinder wollen. Vielen gelingt das ohne Probleme, sagte Simon. Anderen dagegen nicht. Und da setzt die Hilfe der Familie Mayer an, die auf unaufdringliche, aber stets präsente Art dazu beitrage, damit diese Kinder in der Gesellschaft Fuß fassen können. Mayers organisieren bei sich zu Hause in der Oberen Schanzstraße wöchentliche Treffen, zu denen bis zu 60 Kinder kommen, fördern Aktivität, Kreativität und Gemeinschaft. Auch Freizeiten werden veranstaltet. All das, so Simon, wäre ohne die tatkräftige Unterstützung von Rachel Rhyner, der Schwester von Leonie Mayer nicht möglich. Daniel Mayer hat sich überdies als Elternbeiratsvorsitzender an der Rheinschule und Mitglied der Schulkonferenz stark eingebracht. Auch in der Friedlinger Stadtteilrunde sei er geschätzt. Der Rektor der Rheinschule lobte dabei Mayers stets sachliche, freundliche und auf Konsens bedachte Art. Zu einem starken Mann gehört eine starke Frau, meinte Simon im Blick auf Leonie Mayer, der er mit ihren vier eigenen Kindern und drei bis vier Pflegekindern außerordentliche organisatorische Fähigkeiten bescheinigte. Sie sind als Familie ein starkes Team und haben als Team diesen Preis verdient, betonte Simon. Und diesen Preis, gestiftet von der Familie Indri, überreichte Anita Werner-Indri, die sich tief beeindruckt vom stillen Wirken und der vorgelebten Menschlichkeit der Familie Mayer zeigte. Anita Werner-Indri bescheinigte den Preisträgern bewundernswertes Engagement, Zuwendung und Herzenswärme, als sie unter riesigem Applaus die Auszeichnung überreichte. Heinrich Maier, Vorsitzender des Gesangvereins, übergab namens der Vereine zudem noch einen finanziellen Zustupf. Wir wollen Kinder aller sozialen Schichten und verschiedener Kulturen zusammenbringen, fasste Daniel Mayer das Engagement zusammen und fügte hinzu: Man braucht Zeit, um mit Menschen etwas zu unternehmen, und viele Mitstreiter. Denn bei der letzten Sommerfreizeit seien 138 Kinder dabei gewesen. Auch Oberbürgermeister
Wolfgang Dietz würdigte diese außerordentlichen Leistungen
der Familie Mayer. Zugleich appellierte er an alle, einen Beitrag dazu
zu leisten, damit sich alle Menschen in dieser Stadt wohlfühlen. Viel
Beifall und Lob für Sabine Theil (sif). Nicht nur langanhaltender Beifall war Sabine Theil für einen ausgezeichneten, kurzweilig gehaltenen Festvortrag beim Neujahrsempfang der drei Traditionsvereine gewiss. Auch beim Stehempfang gab es für die Stadtführerin und freie Mitarbeiterin unserer Zeitung sehr viel Lob, die die rund 500 Personen in der Jahnhalle bei ihrer Zeitreise durch das 19. Jahrhundert fesselte. Das war ein hochinteressanter Einblick. Sie haben einen hervorragenden Beitrag geleistet und aufgezeigt, dass Bürgersinn damals wie heute gefordert ist, anerkannte auch Oberbürgermeister Dietz (über den Inhalt der Festrede von Sabine Theil werden wir noch gesondert berichten). ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Berichterstattung der Weiler Zeitung am 13.1.2009 durch Siegfried Feuchter ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Eine Zeitreise durchs 19. Jahrhundert Wie SabineTheil informativ und spannend das Jahrhundert der Verinsgründungen aufbereitet hat Weil am Rhein. Von einem Jahrhundert der Veränderungen und einem Jahrhundert der Vereinsgründungen sprach Sabine Theil bei ihrem Festvortrag anlässlich des Altweiler Neujahrsempfangs (wir berichteten gestern). Die Stadtführerin verstand es bestens, die 500 Gäste mit auf eine spannende, informative Zeitreise durch das 19. Jahrhundert mitzunehmen. Sabine Theil, die
in großer Fleißarbeit viele interessante Fakten und Daten
zusammengetragen hatte, ' zeigte auf, in welcher Zeit die ersten Vereinsgründungen
im alten Weil erfolgten, wobei die Geschichte der Traditionsvereine eng
verknüpft sei mit der Ortsgeschichte von Weil: Damals wie heute waren
Themen wie Feuerwehr, Schulneubau, Brückenbau und Eisenbahn Gegenstand
umfassender Diskussionen. z'Liecht goh" und die Zeit des Aufbruchs Weit verbreitet war
das z,Liecht goh". Während der Wintermonate kamen die
Leute zusammen, um gerneinsam zu handarbeiten, zu werkeln, zu diskutieren
sowie Wissen und Geschichten auszutauschen. Nach unruhigen Zeiten und
Hungerjahren 1816/17, die zahlreiche Todesopfer forderten, sowie zerrütteten
Finanzen und verwüsteten Feldern und Reben kam die Zeit des Aufbruchs
Nun begann auch die Zeit de: Musikkultur und der Vereine 1839 die türkischeMusik
gegründet Wohl von der Wandlung in der Musikkultur imd dem aufregenden Vereinsleben des Weiler Gesangvereins inspiriert, ging 1839 aus de von Johann Jakob Kaufmani gegründeten türkischen Musik der Musikverein und die spätere Harmoniemusik hervor, die seit der Stadterhebung 1929 Stadtmusik Wei am Rhein genannt wird" berichtete Sabine Theil. Trauriges Ereignis im Revolutionsjahr Ein trauriges Ereignis
brachte das Revolutionsjahr 1848, als fünf von sieben Mitgliedern
der Weiler Musik, die sich den Struwe'schen Freischaren angeschlossen
hatten in Staufen erschossen wurden Dies sorgte für Aufregung und
reduzierte die anfängliche Begeisterung für die Musikbewegung
stark. Erfreuli cher war dagegen, dass die Weiler Musik bei Gastspielen
des Zirkus Knie den Lieblingswalzer von Fräulein Knie spielte, wenn
sie aufs Seil ging. Seiltanzer" hieß fortan dieser Walzer. |