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Turnverein Weil 1884 e.V. - Neujahrsempang 2006

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Berichterstattung der Weiler Zeitung am 09.1.2006 durch Siegfried Feuchter

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Klara Ruf immer offen für die Belange anderer Menschen

Altweiler Traditionsvereine verleihen den Guiseppe-Indri-Preis für soziales Engagement

Weil am Rhein (sif).Den Guiseppe-Indri-Preis, mit dem die drei Altweiler Traditionsvereine Gesangverein, Stadtmusik und Turnverein Personen ehren, die sich beispielhaft um die Integration ausländischer Mitbürger einsetzen, hat Klara Ruf für die von ihr 1994 gegründete Hausaufgabenhilfe in Haltingen erhalten. Eine sehr ansprechende Laudatio hielt der Rektor der Hans-Thoma-Schule, Erhard Zeh.

Wer als Ausländer Freunde hat, hat überhaupt erst die Möglichkeit, in einem fremden Land Freunde zu finden. So lautete das Lebensmotto von Guiseppe Indri, der mit 17 Jahren nach Weil am Rhein gekommen war, bis zu seinem Tod 1993 hier lebte, Freunde suchte und fand und den eine große Hilfsbereitschaft auszeichnete.

Zum fünften Mal wurde nun dieser Guiseppe-Indri-Preis verliehen diesmal an Klara Ruf. In besonderer Weise engagiert sich die ehemalige Lehrkraft für katholischen Religionsunterricht an der Haltinger Hans-Thoma-Schule um die Integration ausländischer Kinder. Und das bis heute in der Hausaufgabenbetreuung (wir berichteten). Erhard Zeh verstand es ausgezeichnet, den Werdegang der gebürtigen Ostallgäuerin, die 1973 nach Haltingen kam, mit ihrem starken sozialen Engagement zu verbinden und damit ein eindrückliches Bild vom Wirken Klara Rufs zu zeichnen. Sie hat immer gespürt: Man muss über seinen Tellerrand hinausschauen, um offen zu werden für die Belange anderer Menschen, betonte Zeh in seiner Würdigung.

Und das tat Klara Ruf in vorbildlicher Weise. Zusammen mit einigen MitstreiterInnen und mit Unterstützung der katholischen Pfarrgemeinde, die den Kolpingssaal zur Verfügung stellt, kümmert sie sich um Kinder verschiedenster Nationalitäten, die zu Hause nur ihre Muttersprache hören und nicht den nötigen Rückhalt bei der Bewältigung ihrer schulischen Schwierigkeiten haben. Und der Erfolg lässt sich auch am Werdegang der Kinder ablesen: Viele haben ihre Sprachdefizite abgebaut, gute schulische Leistungen gebracht, einige den Sprung in die Realschule geschafft oder einen Beruf erlernt. Auch in der Betreuung der Familien setzen sich Klara Ruf und ihr engagiertes Team ein und helfen beim Zurechtkommen in unserer Gesellschaft. Klara Ruf praktiziert christliche Nächstenliebe.

Was wir säen, das ernten wir, sagte Anita Werner (Tochter von Guiseppe Indri) namens der Familie Indri. Für ihren Vater, der 1930 den Heimatort Trauriano in Norditalien verließ, sei die Saat aus Freundschaft, Vertrauen und Respekt aufgegangen. Eine Plastik des Künstlers Volker Scheurer mit dem Titel Respekt habe die Familie deshalb für die Preisträgerin ausgesucht. Anita Werner überreichte den Preis mit dem Dank an Klara Ruf, die sich mit Geduld, Ausdauer und Menschenliebe für die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die Kinder einsetze.

In ihren Dankesworten verdeutlichte Klara Ruf, die ausdrücklich auch ihr Team in die Ehrung einbezog, wie christliches und humanitäres Gedankengut Basis der Arbeit sei. Auch habe sie im Lehrerkollegium der Hans-Thoma-Schule und der Pfarrgemeinde, namentlich durch den früheren Pfarrer Altenstetter, Unterstützung gehabt.

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, der Klara Ruf zur Auszeichnung gratulierte, freute sich, dass die Altweiler Vereine das Thema soziale Integration mit dieser Preisverleihung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücke.

500 Gäste beim Empfang in Alt-Weil

Drei Traditionsvereine

(sif). Die Altweiler Traditionsvereine Gesangverein, Stadtmusik und Turnverein haben am Samstagabend zum Neujahrsempfang gebeten und es kamen so viele, dass die Jahnhalle mit rund 500 Personen gefüllt war. Darunter waren neben den Mitgliedern der Vereine auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik, unter anderem Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger, Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, die Alt-Oberbürgermeister Otto Boll und Dr. Peter Willmann oder Lörrachs OB-Stellvertreterin Margarete Kurfeß, Gemeinderäte, Ortsvorsteher und Ortschaftsräte. Auch Vertreter der Ausländerorganisationen waren zugegen.

Zwei Anlässe bestimmten die Veranstaltung: Zum einen ist der Altweiler Gesangverein 170 Jahre alt, zum andern wird bei diesem Empfang der Traditionsvereine, der immer dann stattfindet, wenn ein Verein einen runden Geburtstag hat, der Guiseppe-Indri-Preis verliehen. Und zwar bekommen diese Auszeichnung solche Personen, die sich beispielhaft für die Integration ausländischer Mitbürger einsetzen. In diesem Jahr wurde Klara Ruf aus Haltingen mit dem Preis geehrt, die vor elf Jahren eine Hausaufgabenhilfe ins Leben gerufen hat (siehe nebenstehenden Bericht).

Für Offenheit und gegen Abgrenzung steht dieser Preis, betonte TV-Vorsitzender Ulrich Obrist, der die Gäste begrüßte. Darunter waren auch die bisherigen Preisträger Franz Karle, Imelda Gerstner, Michele di Leo sowie die Stifter des Preises, die Familie Indri.

Die zweieinhalbstündige Feier mit anschließendem Stehempfang umrahmten sehr ansprechend der Gesangverein und Kinderchor unter Leitung von Karl Gehweiler sowie die Stadtmusik unter Leitung von Dieter Steininger.

SPLITTER VOM ALTWEILER EMPFANG

Wir sind drei Traditionsvereine und in Alt-Weil zu Hause, doch noch kein Redner hat bislang alemannisch gesprochen, sagte Thomas Welzbacher, Vorsitzender der Stadtmusik. Folglich hielt Welzbacher sein Grußwort in alemannischer Sprache.

+ + + + +Länger als geplant dauerte der offizielle Teil, nämlich fast zweieinhalb Stunden. Dies lag daran, dass die beiden Vorträge mehr Zeit beanspruchten als angenommen. Doch es blieb hinterher beim Stehempfang noch genügend Zeit zur Begegnung und zum Gespräch. Da der Abgeordnete Rainer Stickelberger viele Empfänge besuchen muss, verbindet er mitunter das Angenehme mit dem Nützlichen: In den Gesprächen lässt sich manches erledigen.

+ + + + +In Zugzwang kam Gustav Walter

. Aus unserer Zeitung hat er erfahren müssen, dass er das Bier sponsert. Dies deshalb, weil TV-Vorsitzender Ulrich Obrist den Guschti vor der Ankündigung in der Zeitung telefonisch nicht mehr erreicht hatte. Gustav Walter nahm's aber mit Humor, denn er zählt bei solchen Anlässen stets zu den Spendern.

+ + + + +Die drei Altweiler Weingüter Frey, Röschard und Schneider

waren mit Ständen nach dem offiziellen Teil präsent und schenkten edle Tropfen aus.

+ + + + +Ein Wink mit dem Zaunpfahl: OB Wolfgang Dietz

hatte zum 50-jährigen Bestehen der Jahnhalle Hinweisschilder zur Jahnhalle geschenkt. Damit sind aber die städtischen Infrastrukturmaßnahmen für diesen Stadtteil noch nicht abgeschlossen, meinte Ulrich Obrist

, denn der technische Fortschritt rund um die Halle ist noch verhalten.

+ + + + +Viele haben zum Gelingen des Empfangs beigetragen. Doch bei der Organisation hatte sich besonders Petra Pfefferle hervorgetan, bei ihr liefen die Fäden zusammen, sie koordinierte die Veranstaltung. Und Gerhard Zipfel sorgte laut Obrist im ehrenamtlichen Unruhestand für die Bewirtung.

170 Jahre Gesangverein, zehn Jahre Kinderchor

(sif). 170 Jahre alt ist der Gesangverein Weil, genau zehn Jahre der Kinderchor. Kurt Ernst, der Vorsitzende des Gesangvereins, der mit der Singgemeinschaft Lörrach gemeinsam probt und auftritt, freute sich besonders über die erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Zwei Kinderchorgruppen mit je 30 bis 35 Kindern leitet der engagierte Dirigent Karl Gehweiler.

Auch lobte der Gesangsvereinsvorsitzende Ernst die gute Zusammenarbeit mit der Singgemeinschaft Lörrach, von der beide Vereine profitieren. Über die Geschichte des Gesangvereins und den sehr gehaltvollen Festvortrag von Jan Merk, dem Leiter des Markgräfler Museums in Müllheim, berichten wir noch.

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Berichterstattung der Weiler Zeitung am 10.1.2006

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Mit Offenheit für Neues seinen Weg für die Zukunft finden

Jan Merk in eindrucksvoller Festrede zur 170-jährigen Geschichte des Weiler Gesangvereins

Weil am Rhein (sif). Zwischen Tradition und Zukunft hat Jan Merk, der Leiter des Markgräfler Museums in Müllheim, seinen eindrücklichen Festvortrag aus Anlass des 170. Geburtstages des Gesangvereins Weil überschrieben. Er verstand es hervorragend, in Zeiten des Umbruchs bei Gesangvereinen die Historie des Weiler Kulturträgers in aktuelle Zusammenhänge zu stellen.

Vor 170 Jahren haben Jakob Brunner-Welterlin, Ludin-Adler und Marx Raupp auf Anregung des Weiler Ortsgeistlichen Pfarrer Hoyer und des Hilfsschullehrers Schilling den Gesangverein aus der Taufe gehoben. Er ist damit der älteste Verein in Weil, laut Merk gegründet in einer spanennden, selbstbewussten, aber auch von Unsicherheiten über die Zukunft geprägten Umbruchzeit, dem Vormärz zwischen der traditionellen, agrarisch geprägten, kirchlich mitbestimmten Ständegesellschaft und der neu entstehenden, modernen, säkuralisierten, bürgerlichen Industriegesellschaft.

Die Anfänge des Vereins, dessen Anbindung an die Kirche eng war, gestalteten sich schwierig. Nach damaligem Verständnis gehörte Gesang in die Kirche. Die Mitgliederzahl blieb zunächst klein. Es gab Konflikte, wenn neben Kirchenmusik auch andere Anlässe wie Bälle oder Konzerte geplant waren. Kirchenbehördliche Genehmigungen waren dazu nötig (siehe auch nebenstehende Anekdote).

Schon damals, so analysierte Jan Merk, seien die Verantwortlichen vor der Frage gestanden, wie man Tradition, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden könne. Denn der traditionelle Chorgesang sollte mit neuen Gesangsformen auch zu weltlichen Anlässen außerhalb des Gottesdienstes geöffnet werden. Es wurden damals Lieder gesungen, die etwas mit der Lebenswirklichkeit der neu entstehenden bürgerlichen Gesellschaft zu tun hatten, stellte Merk in seinem Vortrag fest.

Die Geselligkeit wurde im Weiler Gesangverein gepflegt. Das gemeinsame Viertele nach den Proben, Theateraufführungen, Singspiele, Familienabend und sogar Sängerreisen spielten schon am Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle.

Nach dem Auf und Ab während der Kriegsjahre wurde nach einer Unterschriftenaktion am 20. März 1948 der Gesangverein unter dem Namen Gesangverein Alt-Weil in Weil am Rhein wieder gegründet, nachdem die Militärregierung 1946 zunächst nur einen Gesangverein toleriert hatten. Deshalb hatten sich der Gesangverein 1836 und Gesangverein Frohsinn zur Sängervereinigung zusammengeaschlossen.

Jan Merk zeigte in seinem fundierten Vortrag auch auf, wie rechtzeitig sich der Gesangverein Weil den Herausgforderungen der Zukunft gestellt hat. Seit 1993 öffnete sich der bis dahin reine Männergesangverein zum gemischten Chor, er erweiterte sein Repertoire (Musicals, internationale Lieder), kooperiert erfolgreich mit der Singgemeinschaft Lörrach, ebenfalls unter der Leitung von Karl Gehweiler, und gründete vor zehn Jahren (zunächst im Verbund mit dem Eisenbahner Gesangverein) einen Kinderchor, dem heute knapp 70 Kinder in zwei Gruppen angehören. Der klassische Männergesangverein war das Modell des 19. und 20. Jahrhunderts. Wie das Modell des 21. Jahrhunderts aussehen wird, wissen wir noch nicht so genau, meint Jan Merk, der aber in den Sängerverbänden eine fröhliche Aufbruchstimmung feststellt.

Zur Zukunft des Weiler Vereins sagte der Festredner: Mit dem Blick auf den Mut und die Zuversicht der Vereinsgründer, mit Fingerspitzengefühl für den Wert von Traditionen und zugleich mit Offenheit für Neues kann der Weiler Gesangverein seinen guten Weg in die Zukunft finden in Kooperation mit Partnern und als weiterhin wichtiger, wertvoller Teil des kulturellen Lebens in der Stadt.