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Turnverein Weil 1884 e.V.

Thilde Kaefer am 9. März 2014 in Bammental verstorben

Die frühere, langjährige Leiterin des Frauenturnens, Mathilde Kaefer, ist im nordbadischen Bammental im Alter von fast 101 Jahren gestorben.

Mathilde Kaefer, geb. Schütterle fand in den späten 20er Jahren den Anschluss an die Kehler Turnerschaft (damals Kehler Turnverein), bei dem sie auch früh als Schülerinnen-Turnwartin tätig war. Im Zusammenhang mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten fiel sie durch hartnäckigen Widerstand gegen die Gleichschaltung auf.
Sie heiratete 1939 Otto Kaefer. Als alleinerziehende Kriegerwitwe fand sie nach dem Krieg eine Anstellung als Direktionsselretärin bei einer Schweizer Reederei in Kehl, die aber ihren Geschäftssitz bald nach Basel verlegen sollte. So zog sie mit ihrem Sohn Peter von Kehl (im Krieg und danach ein Stadtteil von Straßburg) nach Weil am Rhein und später nach Lörrach um.
1953 fand sie den Weg zum Frauenturnen des TV Weil, wo sie an der Übungsstunde teilnehmen wollte. Eine Woche später war sie Übungsleiterin und blieb dies bis 1984.
In diesen 31 Jahren baute sie die größte Abteilung des Turnvereins auf, in den 60er und 7oer Jahren setzte sie das Frauenturnen auf breiter Front durch. Gegen Ende Ihrer Übungsleitertätigkeit schuf sie mit dem Hausfrauenturnen (Gertrud Frey) und dem Seniorenturnen (Hannelore Schützenmeister) noch zwei Ableger, die ebenfalls großen Zuspruch fanden. Zudem engagierte sie sich auch auf Gau-Ebene 6 Jahre lang für den Seniorenturnsport.

1984 zog sie überraschend nach Gengenbach, wo ihr Jugendfreund, der Amtsgerichsdirektor a.D. Karl August Föhrenbach, lebte. Bis in ihre 90er Jahre hinein blieb sie ein steter und gerne gesehender Gast bei unseren Jahresfeiern, lange noch mit dem eigenen PKW anreisend.

Vor etwa drei Jahren stürzte sie, was nicht ohne Folgen blieb. Seither lebte sie in einem Seniorenheim in Bammental im Odenwald, das der Sohn ihres verstorbenen Jugendfreundes betreibt. Bis ins letzte Lebensjahr war sie bei klarem Verstand, allerdings zunehmend mit Problemen in der Artikulation. Dabei war sie immer bemüht, mit Übungen die physische Verfassung wieder zu verbessern.
Die Trauerfeier findet am 27. März statt, wunschgemäß wird sie in ihrem Geburtsort Kehl in einem stillen Gräberfeld beerdigt.

Ehrenmitglied beim TV Weil war sie seit 1964, 1984 erhielt sie die Goldene Ehrennadel. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für den Turnsport hatte sie zahlreiche Ehrungen erfahren, so die DTB-Ehrennadel anno 1972, den DTB Ehrenbrief 1984. 2004 hatte der Verein zu ihrem 9o. Geburtstag einen Empfang im Keller des Alten Rathauses gegeben

Thilde Kaefer 100 Jahre alt (12.05.2013)

thildeThilde Kaefer an ihrem 100. Geburtstag mit ihren Turnkameradinnen von 1953-84, Irma Mellein (links), Charlotte Rübenacker (Mitte) und Gertrud Frey (rechts), dahinter TV-Vorsitzender Ulrich Obrist (halblinks) und ein Neffe von Thilde (ganz rechts).

Im Seniorenheim Föhrenbach in Bammental im (kleinen) Odenwald beging Mathilde Kaefer (geb. Schütterle) ihren 100. Geburtstag. Mit dabei eine TV-Abordnung mit ihren früheren Turnkameradinnen Charlotte Rübenacker, Gertrud Frey und Irma Mellein, sowie Vorsitzender Ulrich Obrist. Bürgermeister Holger Karl überbrachte die Glückwünsche von Ministerpräsident Kretschmann sowie einen Blumengruß der Gemeinde. Neben Sohn Peter war auch die Familie des Jugendfreundes und verstorbenen Lebensgefährten, des Amtsgerichtsdirektors Föhrenbach aus Gengenbach, vertreten. 

Trotz einiger  dem Alter entsprechenden motorischen Einschränkungen ist Thilde noch immer im Besitz ihrer vollen geistigen Kräfte und lässt diese mitunter spitz aufblitzen. 

Die Jubilarin erfreut sich im Pflegeheim eines familiären Umfeldes, auch wenn sie der verlorenen Selbständigkeit sehr nachtrauert. Als alte Turnerin nutzt sie jede Gelegenheit, um durch Bewegung die eigene Mobilität wieder zu verbessern.

Thilde Kaefer: "Das schönste Geburtstagsgeschenk meines ganzen Lebens !"

Die langjährige Leiterin unserer Frauenabteilung, Mathilde Kaefer, beging am 12. Mai 2003 ihren 90. Geburtstag. Die Frauenabteilung richtete dazu am 17. 5. 2003 im Keller des Alten Rathauses einen Empfang aus. Über sechzig frühere Turnerinnen kamen, um ihrer früheren Übungsleiterin die Referenz zu erweisen. Dazu noch etliche frühere Vorstandskollegen und Übungsleiterinnen aus umliegenden Gauvereinen.

Die Verbundenheit und Zuneigung ihrer früheren Turnkameradinnen hätte kaum deutlicher ausfallen können: Jede der früheren Turnerinnen überreichten der Jubilarin in einem Defilee eine langstielige, dunkelrote Rose, die sich zu einem riesigen Strauss zusammenfanden. In zahlreichen Beiträgen wurde die große Freude von aktiven und ehemaligen Turnerinnen deutlich, dieses Fest mit der beliebten und kompetenten alten Dame feiern zu können. Die Jubilarin selbst meinte schließlich: "Dieses Fest ist das schönste Geburtstagsgeschenk meines ganzen Lebens !"

Eigentlich wollte Thilde Kaefer im Jahre 1953 zum Turnverein, weil sie mitturnen wollte. Doch schon nach wenigen Wochen musste sie durch einen Schicksalsschlag, den die damalige Leiterin, Emma Paolini traf, interimistisch die Übungsstunden übernehmen. Aufgrund des übereinstimmenden Votums der Teilnehmerinnen blieb es jedoch dabei, nicht unumstritten, doch setzten der damalige 1. Vorsitzende, Fritz Joos, und der damalige Oberturnwart Otto Weber dies auch im Vorstand durch. Die damals kriselnde Abteilung wuchs unter der menschlich wie sportlich kompetenten Leitung der neuen Abteilungsleiterin von Jahr zu Jahr. Von der Leopoldschule, dem Übungsdomizil der sechziger Jahre wechselte man 1972 in die Tschamber-Schulsporthalle und einige Jahre später in die Halle der Markgrafenschule, der heutigen Realschule. Daneben übernahm sie auch über lange Jahre den Seniorensport im Verein und schließlich sogar auf Gauebene.

Bereits 1964 wurde Mathilde Kaefer von Fritz Joos aufgrund besonderer Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt, 1972 erhielt sie die Ehrennadel des DTB und 1984 den Ehrenbrief des DTB sowie die Goldene Ehrennadel des Turnvereins.

Von 1978-84 übte sie auch im Markgräfler-Hochrhein Turngau das Amt der Fachwartin für Seniorengymnastik aus.

In diesem Jahre 1984, als der Verein sein 100-jähriges Bestehen feierte, und sie die siebzig überschritten hatte, übergab Thilde Kaefer ihr Amt nach 31-jähriger Dauer an ihre Nachfolgerin Hildegard Söllner, um in ihre Heimat, die Ortenau, zurückzukehren.

Dass sie dem Verein trotzdem treu geblieben ist, hat sie oft durch ihre Teilnahme an Vereinsfeiern und vielfache Pflege der Kontakte mit ihren ehemaligen Turnkameradinnen bewiesen. Ihren 80. und ihren 85. Geburtstag hat sie in einer kleinen Runde in Weil gefeiert (und uns Gratulanten eine ordentliche Reise erspart). Deshalb wollten Vorstand und Abteilung zum 90. der rüstige Thilde dieses Mal ein großes Fest ausrichten.

Thilde Kaefer hat in ihrer 31-jährigen Amtsdauer eine große Zahl von Mitglieder dem Verein verbunden, allein die Anzahl der daraus resultierenden Ehrenmitglieder dürfte dreistellig sein. Begonnen hat Thilde Kaefer ihre Verbindung zum Turnen schon in ihrer Kindheit bei der Kehler Turnerschaft, bei dem sie mit 17 Jahren Übungsleiterin wurde. Ihre erfolgreiche Jugendarbeit dort wurde durch die Nationalsozialisten beendet.

Rede des TV-Vorsitzenden Ulrich Obrist beim Empfang am 17.05.2003

Vom Empfang am 17. Mai 2003 noch einige Fotos von M. Basler :

Eine der ersten beim "Rosendefilee": Thilde mit Nachfolgerin Hildegard Söllner
Erika Ludwig wollte auch nicht fehlen...
... und Martel Konrad schon gar nicht
Mit Irmgard Mellein tauchte auch ein ehemaliges Vorstandsmitglied auf...
Jemand hatte noch das Kleid eines Auftritts von 1972 (oder so) mitgebracht. Thilde passte es noch immer !
ff Das ist ja wie in alten Zeiten !!!
Noch ein blick aufs Defilee
Das alte Kleid wurde gar nicht mehr ausgezogen