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Turnverein Weil 1884 e.V. - 50 Jahre Jahnhalle Festakt in der Jahnhalle: 50
Jahre Jahnhalle des TV Weil 1884 e.V. Wer des 50jährigen Bestehens eines Gebäudes begeht, zumal einer Sport- und Veranstaltungshalle, der sollte in erster Linie der Männer und Frauen gedenken, die dieses Gebäude ins Werk gesetzt haben. Dies um so mehr, als die Geschichte der Jahnhalle ein leuchtendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement in einer schwierigen Zeit darstellt. Gemeinsinn und Einsatzbereitschaft fanden hier ihren in Stein gesetzten Ausdruck. Deshalb will ich an erster Stelle an die Männer und Frauen des TV Weil erinnern, die sich in vorbildlicher Weise engagierten und so aus einem Wunsch eine Wirklichkeit werden ließen:
Vorbildlich war damals auch der Zusammenhalt der Weiler Vereine. Sie steuerten ihren Beitrag bei. Sie hofften, mit der neuen Jahnhalle ebenfalls eine zeitgemäße Aufführungsstätte zu erhalten. So ist es auch eingetreten. Angesichts der vielen Sport- und Turnhallen, die in unserer Stadt in den vergangenen 50 Jahren gebaut wurden und aktuell werden, kennen sogar viele Weilerinnen und Weiler die Jahnhalle heute in eigener Anschauung nur aus der Nutzung als Veranstaltungsort für Jahresfeiern und gar nicht als Sportstätte. Die Jahnhalle ist heute eine unserer guten Stuben im Stadtgebiet für Veranstaltungen. Stadtmusik, Gesangverein und Narrenzunft - um nur drei Vereine zu nennen - greifen gerne auf das Angebot des TV Weil zurück. Aus dem Vereinsleben unserer Stadt ist die Jahnhalle nicht wegzudenken. Wer die 1955 anlässlich der Einweihung herausgegebene Festschrift des TV und die Protokolle des Gemeinderates jener Monate ließt, ist beeindruckt von dem in allen Dokumenten zum Ausdruck kommenden Wille, durch gemeinsame Anstrengung dem Verein ein neues, den Bedürfnissen der Zeit entsprechendes Domizil zu verschaffen. Man ist beeindruckt von dem guten und engen Zusammenwirken von Verein, lokaler Wirtschaft und Stadtverwaltung. Wenn uns auch heute manche Formulierungen der Jahre 1954 und 1955 sehr pathetisch erscheinen mag, so drücken sie doch aus wie beseelt von dem Gedanken an das Gemeinschaftswerk die seinerzeit Verantwortlichen des Turnvereins waren. Auch die politische
Gemeinde hatte Interesse an dem Bau. Die Stadt wuchs rasant. Innerhalb
der vorausgegangenen 10 Jahre hatte sich die Zahl der Einwohner nahezu
verdoppelt. Die wirtschaftliche Erholung nach dem Krieg, die schon damals
existente Sondersituation mit dem Wachstumsmotor Basel vor der Tür
ließen zudem weitere Einwohnerzuwächse erwarten. In Zahlen
ausgedrückt: Die Einwohnerzahl stieg von 8.600 Einwohnern im Jahr
1946 auf über 14.200 zum Ende des Jahres 1954 !
Der damalige Bürgermeister Peter Hartmann und der Gemeinderat zeigten sich aufgeschlossen gegenüber den Plänen des Turnvereins. Die politische Gemeinde sah die Chance, eine Veranstaltungsstätte für die junge und aufstrebende Stadt zu erhalten. Sie unterstützte das Vorhaben nach Kräften. Das zeigt sich in den Entscheidungen des Gemeinderates:
Alle zitierten Beschlüsse fielen gemäß den Protokollen des Gemeinderates einstimmig. Diese Erkenntnis war für mich - mindestens familiär - beruhigend, da ich feststellen konnte, dass auch mein Vater - damals frisch in den Gemeinderat gewählt - dem Antrag auf Erlass der DM 40.- zugestimmt hat. Die Jahre 1954 und 1955 waren geprägt vom Wunsch nach schnellem Wiederaufbau, zugleich von einem ansteckenden Aufbruchsoptimismus - nicht nur in Weil am Rhein, sondern in der gesamten, jungen Bundesrepublik. Die Menschen griffen dankbar nach den neuen Möglichkeiten. Eigenengagement war gefordert - und selbstverständlich. Die Welt hat sich in den vergangenen 50 Jahren verändert:
Lassen Sie mich nachdenklich
hinzufügen: Wer den Blick heute zurückwirft, stellt auch fest,
dass unsere Gesellschaft seit 1955 bequemer und fordernder geworden ist.
Gerade so, als handle
es sich bei all diesen um ein drittes, ein höheres Wesen mit unbeschränkten
Befugnissen und Möglichkeiten.
Das sind die Attribute für den TV Weil 2005. Wer sich in diesem Geist den Herausforderungen unserer Zeit stellt, wer die eigenen Leistungen aus der Vergangenheit als Vorbild für die Zukunft nimmt, der kann mit berechtigtem Optimismus seinen Weg gehen. Die Jahnhalle wird dabei noch lange die geeignete Heimstatt für die Vereinsaktivitäten des TV und seiner befreundeten Vereine sein. Die Jahnhalle hat deshalb heute nicht nur Vergangenheit, sie hat Zukunft. Ich sagte eben, Sie können Ihren Weg mit Optimismus gehen. Damit auch andere den Weg mit Ihnen gehen können, die den Weg bislang noch nicht zum TV Weil und der Jahnhalle gefunden haben, habe ich Ihnen ein Präsent (Straßenhinweisschild "Jahnhalle") mitgebracht.
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